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  1. #1

    Interview mit einer jungen Mutter

    Zur Person: Sandra Leitner, junge Mutter von Michaela (9 Jahre)
    Tochter: Schwerer Autismus, Stoffwechselerkrankung Acyl-CoA-Dehydrogenase-Kurzkettenmangel, Epilepsie, schwere geistige Behinderung, Muskelhypotonie


    Sie kann gehen, mobil, geistig auf 8 Monaten, körperliche Entwicklung: 15 Monate. Aufgrund der geistigen Behinderung muss Michaela ständig beaufsichtigt werden, da sie Gefahren nicht einschätzen kann und viele gefährliche Situationen entstehen,wenn man sie nicht jede Sekunde im Auge behalten würde. (Essen von Nacktschnecken, Trinken von Shampoo…).



    Welche Pflegegeldstufe bekommen Sie für Ihr Kind?

    Meine Tochter wurde mit Pflegegeldstufe 3 beurteilt. Nach 2jährigem Kampf, jedoch erst, nachdem ich mich an die Öffentlichkeit (Fernsehen) gewandt hatte, wurde die Pflegestufe 6 zuerkannt.
    Außerdem sind die Pflegegeldeinstufungen ein Witz! Ein Sachbearbeiter von der Landesregierung hat mein Kind vorher nie gesehen. Trotzdem hat er vom ursprünglich richtig errechneten Pflegeaufwand 30 Stunden gestrichen mit der Begründung, ein gesundes gleichaltriges Kind muss auch beaufsichtigt werden!

    Wieviel kostet eine andere Betreuungsform für Ihre Tochter?

    Ein Heimplatz wurde mit monatlich 9.600,-- Euro beziffert, weil eine 1:1 Betreuung notwendig ist.

    Inwieweit kommt Ihnen die Legalisierung der Pflege durch ausländisches Personal zugute?


    Die stundenweise Hilfe durch die Sozialdienste kostet für drei Stunden täglich gleich viel wie eine ausländische Pflegekraft den ganzen Tag (24-Stunden-Betreuung ca. 2.000 – 2.300 Euro/Monat). Ein Langzeithilfeeinsatz der mobilen Dienste kostet für 15 Stunden/Woche 16.000 Euro im Jahr, wovon ca. 1.000 Euro im Monat der Sozialhilfeverband und das Land dazu bezahlt und der Rest von 400 Euro der Kostenanteil ist, den wir vom Pflegegeld zu bezahlen haben. Außerdem keine Chance bei Wochenend- oder Abendbetreuung, Organisationen wie z. B. Caritas sind unflexibel, nur für fixe Zeiten zu buchen, dabei ist kein normales Familienleben mehr möglich.

    Kennen Sie noch andere Alternativen?

    In Oberösterreich gibt es die persönliche Assistenz GmbH. Die zwar helfen will, aber aufgrund der Streichung der finanziellen Mittel sind dieser GmbH die Hände gebunden. Auf ihrer Warteliste stehen seit Oktober 2009 über 100 Personen mit Körperbehinderung, die zwar Hilfe brauchen würden, aber leider ist kein Geld da. Geistig behinderte Menschen werden auf diese Liste gar nicht erst aufgenommen, obwohl seit drei Jahren ein Pilotprojekt für die Betreuung geistig behinderter Menschen laufen sollte. Auch das kann nicht verwirklicht werden.

    Welche Möglichkeiten haben Sie, pensionsrechtlich abgesichert zu sein?

    Es ist mir wichtig, festzuhalten, dass man als pflegender Angehöriger, im Falle, dass man sich die größtmögliche Hilfe in Form einer 23-Stunden-Betreuung holt, weil man es selbst nicht mehr schafft, auch weiterhin pensionsversicherungsrechtlich abgesichert bleiben muss, da eine solche Rund-um-die-Uhr-Betreuung keinesfalls ein 24-Stunden-Betreuung ist, sondern es im Falle einer Beaufsichtigungsnotwendigkeit rund um die Uhr aufgrund geistiger Behinderung die Hilfe von zwei Betreuungspersonen notwendig ist, um so einen Betreuungsaufwand zu schaffen. Das Monat hat 744 Stunden für eine Mutter und insgesamt 256 Stunden für zwei Personenbetreuerinnen, die sich zweiwöchentlich abwechseln (arbeiten je 9 Stunden pro Tag). Da finde ich, dass dem pflegenden Angehörigen noch genug Arbeit bleibt bei der Pflege, auch wenn er sich Hilfe holt. Ich begründe dies auch damit, dass im Falle, dass behinderte Menschen im Heim landen, auch 3 – 4 Personen sozialversicherungsrechtlich abgesichert sind, die, wenn sie im Pflegeberuf arbeiten, deswegen auch einmal eine Pension bekommen. Es kann nicht sein, dass man, wenn man sich Hilfe holt, weil man es selber nicht mehr schafft, sofort „gestraft“ wird, in der Form, dass man um die Pensionsversicherungszeiten kommt, obwohl man immer noch die Hälfte der Pflege selber macht.

    Was empfinden Sie bei dem Gedanken, dass alle Ihre berechtigten Anliegen immer wieder erst öffentlich ausgetragen werden müssen?

    Es ist eine Schande, dass man als Mutter von einem schwerstbehinderten Kind nur als Bittsteller behandelt wird. Menschen, die Entscheidungen treffen, wissen oft nicht über die wirklichen Probleme Bescheid.

    Glauben Sie, dass das Europflege Forum auch für Sie eine Bereicherung darstellen wird?

    Ganz sicher, denn wenn man sich mit Gleichbetroffenen austauschen kann, gibt es endlich eine Plattform, die helfen kann, Lösungen zu finden oder gewisse Hürden zu überwinden, z. B. im Kampf für eine gerechte Pflegegeldeinstufung.

  2. #2
    cool and smooth Avatar von Sandra
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    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo!
    Ich hoffe, mir diesem Interview einen Beitrag zu einem Umdenken seitens der Politik geleistet zu haben.
    Liebe Grüße
    Sandra

  3. #3

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo Sandra!

    Danke für Deinen Beitrag! Bin wirklich betroffen und hoffe, Du gibst nicht auf! Mit Deinen Informationen und Deinen Erfahrungen kannst Du sicherlich vielen Menschen Mut machen.
    Alles Gute
    lucky luke

  4. #4

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo Sandra,
    Dein Interview spricht mir aus der Seele! Bei uns ist die Situation ganz ähnlich.
    Mein knapp 10-jähriger Sohn hat folgende Diagnosen: atypischer Autismus, angeborener Herzfehler, Gehörlosigkeit, ausgebliebene Sprachentwicklung, Retardierung (Sozialverhalten eines ca. 3-4jährigen, Grob- und Feinmotorik mit Einschränkungen in etwa altersentsprechend), Epilepsie. Seit der Geburt meiner (gesunden) Tochter habe ich mir laufend Au-Pair-Mädchen als Unterstützung geholt und ohne Oma ging gar nix. Vor etwa 3 Jahren kam es zu einer schweren Verschlechterung bei meinem Sohn, er entwickelte massive Autoagression (ständiges sich selbst auf den Kopf schlagen, Tag und Nacht) und braucht seither permanente 1:1 Betreuung.
    Nach einem halben Jahr war unsere ganze Familie inkl. Au-Pair mit ihren Kräften am Ende. Gerade zu dieser Zeit (Jänner 2008) kam die Legalisierung der 24h-Betreuung in die Medien. Ich kontaktierte eine Agentur und testete innerhalb von ca. 6 Monaten 9 verschiedene Betreuerinnen. Es war sehr schwierig, da die älteren Damen sich die nervliche Belastung und das Arbeitspensum nicht antun wollten und wir natürlich auch sehr hohe Ansprüche stellten, da die entsprechende Person mit sämtlichen Familienmitgliedern gut auskommen und unseren Sohn nicht nur pflegen sonder auch fördern musste. In dieser verzweifelten Phase des Suchens nach eine Lösung unseres Problems bekam ich von diversen Experten nur wenig Unterstützung: medikamentöses Niederbügeln und zeitweise Heimunterbringung waren eigentlich die einzigen Lösungsvorschläge. Kurzzeitig kam ich in den Genuss einer Familienhelferin. Mein Antrag beim Land NÖ um eine Verlängerung der Familienhilfe für ein paar Wochen, damit ich überhaupt Zeit habe, die Pflegefrage zu lösen wurde abgelehnt, da ich damals geringfügig arbeitete, um überhaupt Kranken- und Pensionsversichung (Selbstversichung nach §19, Kosten ca. €50,- pro Monat) zu bekommen (mein Sohn hatte ursprünglich nur Pflegestufe 3). Anspruch auf Familienhilfe hat man nur dann, wenn die Mutter nicht berufstätig ist oder aus irgendeinem gesundheitlichen Grund ausfällt und dann die Versorgung der Familie nicht schafft. Dieser mein stundenweiser Job hat mich damals vor dem Nervenzusammenbruch bewahrt, es war die einzige Zeit, in der ich von meinen Sorgen abschalten konnte – ICH HABE MICH DAMALS IN MEINER BERUFSARBEIT ERHOLT!!
    Pflegestufe 6 bekam mein Sohn bei der Verschlechterung seines Zustandes sofort zuerkannt (wegen permanenter Selbstgefährdung) – aber nur befristet auf ½ Jahr. Da nach etwa 5 Monaten mit Stufe 6 die Entscheidung anstand, in die 24h-Betreuung einzusteigen, bat ich um eine etwas frühere Begutachtung für die Verlängerung des Pflegegeldes. Zuerst musste ich mir anhören „Ja, wenn Sie Ihre Entscheidungen über die Art der Pflege von unserem Bescheid abhängig machen…..“ – HALLO? Nur wenn wir weiterhin Pflegestufe 6 erhalten hätten, wäre die Betreuung zu Hause überhaupt leistbar gewesen, mit dem Damoklesschwert „Heim“ im Nacken fällt es eben schwer einer Agentur € 900,- für eine Vermittlung zu zahlen, die vielleicht nach ein paar Wochen wieder hinfällig ist. Rational denken ist in dieser Situation sowieso schwer. Mein verfrühter Antrag auf Verlängerung wurde als Versuch gewertet, die Verlängerung zu bekommen, solange es dem Kind noch schlecht gehe, eine Verbesserung wurde damit praktisch vorausgesetzt. Noch dazu war mein Sohn bei der Begutachtung in einer relativ guten psychischen Verfassung, d.h. die Problematik nicht so eindeutig erkennbar. Erst ein ärztlicher Befund und der Besuch der zuständigen Sozialarbeiterin (an einem „schlechten“ Tag) brachten dann Klarheit und mein Sohn erhielt weiterhin Stufe 6 . Ich finde es generell problematisch, die Einschätzung des Pflegebedarfes von einer Momentaufnahme abhängig zu machen. Auch die Einschätzung durch die Amtsärzte ist sehr personenabhängig, der 1. Amtsarzt entschied sofort auf permanente Selbstgefährdung (damit kommt man automatisch in die Stufe 6), der 2. begann die Stunden einzeln zu rechnen, obwohl ich betonte, daß sich am autoagressiven Verhalten meines Kindes trotz Medikation nichts verbessert hatte.
    Diese Monate waren die schwerste Zeit meines Lebens, die Ungewissheit, wie kann ich das alles schaffen, Tag und Nacht von der Pflege und Betreuung der Kinder in Anspruch genommen, die permanente Frage, welches Kind mache ich für sein Leben unglücklich – den Großen, wenn ich ihn aus der Familie reiße um ihn ins Heim zu geben, die Kleine, wenn ich den Großen zu Hause alleine pflege und sie ständig an andere Menschen abschiebe, weil ich zu wenig Hände und Kraft für beide habe? Rückblickend kommt mir sogar der lange Überlebenskampf meines Sohnes kurz nach seiner Geburt weniger belastend vor.
    Doch es hat sich zum Guten gewendet, die mühsame Suche nach einer 24h-Betreruung hat sich gelohnt. Seit 2 Jahren haben wir 2 wunderbare junge Frauen aus der Slowakei abwechselnd bei uns, die schon fast zur Familie gehören und wir haben uns alle etwas entspannt und können wieder eine (annähernd) normale Familie sein. Am Zustand meines Sohnes hat sich nicht viel geändert. Aber dass er jetzt auch wieder lachen kann, ist für mich schon eine wesentliche Verbesserung.
    Wenn ich unsere „Geschichte“ erzähle werde ich oft gefragt, wie kommt man zu dieser tollen Betreuungsform – ich kann dann nur antworten – durch Eigeninitiative und Hartnäckigkeit. Aber ich denke, es hat sich in den letzten Jahren viel getan, zumindest die Vermittlung von Betreuerinnen wird jetzt schon von vielen Stellen angeboten und ist nicht mehr reines Privatvergnügen.
    Die Legalisierung der 24h-Betreuung hat unserer Familie die weitere Betreuung meines Sohnes zu Hause überhaupt erst finanziell ermöglicht. Wir haben Kosten von ca. 2.100,- pro Monat. Durch Pflegegeld und Zuschuß zu dieser Betreuungsform ist ein Großteil der Kosten gedeckt, etwa € 400,- pro Monat müssen wir selbst finanzieren. Trotzdem ist es sehr traurig, daß die Betroffenen überhaupt etwas selbst bezahlen müssen – wenn man bedenkt, daß die Alternative Heimunterbringung mehr als das Vierfache kostet. Da ich ja trotz der 24h-Betreuung einen Großteil der Pflege selbst leiste ist mir nach wie vor eine Berufstätigkeit verwehrt. Ich musste sogar aus Rücksicht auf meine eigene Gesundheit auch meinen „Minijob“ auf ein Minimum einschränken. So sammle ich seit 10 Jahren wacker Pensionsjahre, aber wenn das noch einige Zeit so weiter geht, bekomme ich gerade mal die Mindestpension. So versuche ich das Beste für mein Kind zu verwirklichen – nämlich das Aufwachsen in der eigenen Familie – spare dem Staat nebenbei viele Kosten und darf dann auch noch auf eine eigentlich meiner Ausbildung entsprechende gute Pension verzichten.
    Da mein Mann gezwungenermassen Alleinverdiener ist und die Kosten der Pflege und Betreuung immer wieder ein Riesenloch ins Familienbudget reissen und ich phasenweise nicht wusste, wie lange wir uns dieses Pflegesystem noch leisten könnten, fragte ich beim Land NÖ unverbindlich an, ob es familienunterstützende Dienste gibt, die Familien mit behinderten Kindern in der Betreuung entlasten für den Fall, daß wir die 24h-Betreuung aus finanziellen Gründen aufgeben müssen. Im Antwortschreiben wurde ich zuerst einmal darauf hingewiesen, daß es eine VERSORGUNGS- und BETREUUNGSPFLICHT der Eltern für ihre Kinder gäbe und es zusätzlich zur geförderten 24h-Betreuung keine Extra-Zuschüsse gäbe – d.h. der Sachbearbeiter hatte mein Schreiben nicht einmal richtig gelesen sondern gleich einmal hineininterpretiert, die wollen zusätzlich zur Maximalförderung noch mehr (!) und ihr Kind gar nicht mehr selbst betreuen. Und das einer Mutter, die mit 1.000%igem Einsatz und Erfolg versucht hat die totale Fremdbetreuung ihres Kindes – nämlich die Heimunterbringung - abzuwehren.
    Wie man sieht, in der Bewußtseinsbildung, was Pflege und ihre Belastungen eigentlich bedeuten liegt es noch sehr im Argen. Das Traurige ist, daß die pflegenden Eltern behinderter Kinder dem extrem ausgesetzt sind, man ist durch die Familiengründung ohnehin meist finanziell angeschlagen, dann kommen die Sorge und Pflege des behinderten Kindes UND ev. gesunder Geschwister dazu, sämtliche Krankenkassenleistungen, die über das rein Ärztliche hinausgehen sind Holschuld d.h. man ist mit einem Wust an Einreichungen für Therapiezuschüsse, Hilfsmittel/Heilbehelfe, etc. beschäftigt und fallweise – wie bei uns – auch noch mit den Behördenwegen und Steuererklärungen seiner 24h-Betreuerinnen.
    Ich hoffe, daß diese neue Plattform etwas bewegen kann, die Arbeit pflegender Angehöriger mehr wertzuschätzen und Verbesserungen im Bürokratiedschungel zu schaffen. Bei der Eintstufung des Pflegegeld wird sich ja hoffentlich bald etwas tun (Einbeziehung von Pflegefachkräften), eine Idexanpassung wäre wünschenswert!
    Liebe Grüße
    Quatschmaus1

  5. #5

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Ist ja vollgas heftig.....
    Mein Antrag beim Land NÖ um eine Verlängerung der Familienhilfe für ein paar Wochen, damit ich überhaupt Zeit habe, die Pflegefrage zu lösen wurde abgelehnt, da ich damals geringfügig arbeitete, um überhaupt Kranken- und Pensionsversichung (Selbstversichung nach §19, Kosten ca. €50,- pro Monat) zu bekommen (mein Sohn hatte ursprünglich nur Pflegestufe 3).

  6. #6

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Die Medizin ist schon länger,weit vorangeschritten und mittels Fruchtwasser Untersuchung sind schon Krankheiten voraussehbar. Wenn sich eine Mutter entscheidet trotzdem ihr Kind zu behalten,stellt dies eine große Verantwortung für die Mutter da,sie behält ihr Kind aus Liebe. In einem Heim ist sicher mehr Pflegepersonal vorhanden und kosten tut es deshalb auch mehr. Wer arbeitet schon Ehrenamtlich,ein jeder Mensch muß sich mit Arbeit sein Leben finanzieren,ist auch klar. Die ausländischen Pflegekräfte werden auch mal in ihrer Heimat oder bei den eigenen Eltern gebraucht,also werden diese nicht immer in Österreich verfügbar sein.
    Man sollte die Aufgabe ,welches ja auch an die Psyche spurlos nicht vorbeigeht, mehr Achtung und Wert geben .
    Es weis wohl eine jede Frau,daß das eigene Kind zu pflegen,eine große Aufgabe ist und Mütter sollten dies aus Liebe zu ihrem tun.
    Ja es geht aber auch immer ums Geld,egal um welche Sache es geht. Irgendwie kann man dies auch verstehen,es sollte Hilfe Seitens des Staates geben. Nur ist der Staat nicht verpflichtet, für alles zu 100 % aufzukommen,schließlich und endlich besteht der Staat aus Steuerzahlenden Menschen,welche täglich arbeiten.
    Für eine pflegende Mutter sollte sehr wohl eine kostenlose Krankenversicherung bereitgestellt werden und für eine Zeitweise Entlastung eine Urlaubshilfe zur Verfügung gestellt werden. Das wäre auch schon eine Hilfe ,denn Unterstützung gibt es für solche Pflegefälle sehr wohl,auch kostenlose bereitstellung für Behelfe von der Krankenkasse.
    Ich hatte 71,72 und 73 meine Kinder geboren und hatte meine Kinder über alles lieb,sorgte für sie und ermöglichte ihnen eine schöne Kindheit. Es war auch eine große Aufgabe,wenn man die Kinder nicht dumm aufwachsen sehen will. Man muß die Kinder vieles lehren und beibringen und der Kindergarten war finanziell nicht leistbar . Trotzdem ist aus allen etwas geworden ,sind tüchtige Erwachsene und ich habe schon ein süßes Enkelkind . Es gab ein wenig Kinderbeihilfe und war auch alleine bei der Beaufsichtigung meiner Kinder, hatte meine Aufsichtspflicht alleine warnehmen müssen,hatte niemanden der mir geholfen hätte dabei. Ich war auch jung und schaffte alles, nebst Haushalt, nur mit dem Fortgehen war halt nichts,vermißte es auch nicht,denn meine Kinder waren für mich das wichtigste und mein Mann . Ich hatte genug Arbeit mit Haushalt und Familie .
    Heute ist alles anderst,manche sind schon mit einem Kind total überfordert, diese haben wohl zu Hause nie einen Handgriff machen müssen ,so scheint es mir. Also der Staat ist nicht für alles und für jedes zuständig ,sondern die Frauen sollten auch ihren Beitrag leisten,schließlich und endlich ist ihr Kind ja auch ein Kind der Liebe oder nicht ?
    Andere die es nicht können sind wohl gezwungen ihr Kind anderen zur Pflege anzuvertrauen in einem Heim.
    Es wäre auch zu erwähnen,daß gerade bei Pflegeberufen ( qualifizierten Pflerger-innen) kein Griss darum herrscht und der Verdienst nur bei den Dplomierten ein wenig besser ist.

  7. #7

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Nur ist der Staat nicht verpflichtet, für alles zu 100 % aufzukommen,schließlich und endlich besteht der Staat aus Steuerzahlenden Menschen,welche täglich arbeiten.


    Genau da liegt das Missverständnis.

    Nicht Betroffene oder zu Pflegende liegen dem SteuerzahlerInnen auf der Tasche, sondern die Politik, - somit auch der Staat.
    Weil Laien an der Thematik arbeiten, werden Unsummen auch zum Fenster hinaus geschmissen.

    Ausübung von Gerechtigkeit braucht eine 100%-ige Sachverständnis.
    Der Vorteil der Intelligenz ist sich dumm stellen zu können, andersrum ist es nicht so leicht.

  8. #8
    cool and smooth Avatar von Sandra
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    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo Harmony1!
    Wenn du wirklich so eine MEinung hast, dann zeigt das davon, dass du keine Ahnung hast, aber trotzdem den Mund aufmachst.

  9. #9
    cool and smooth Avatar von Sandra
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    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Was ich noch erwähnen möchte ist, dass ich nicht nur die behinderte Tochter habe, die ich die letzten 9 Jahre aus Liebe ALLEIN gepflegt habe, mit stundenweiser Unterstützung von mobilen Diensten, die so aussieht, dass ich in der Zeit, wo mir das Kind entgeltlich (vom Pflegegeld bezahlt) "abgenommen" wurde und wird, schnell bügle, putze oder mit der gesunden 12-jährigen Tochter lerne,... und NICHT aus Überforderung mit nur einem Kind mir erlaube, solche Forderungen für eine hofffentlich bessere Zukunft zu stellen.
    Auch Hausgebaut habe ich gemeinsam mit meinem Mann, da war Michi noch nicht auf der Welt, habe also schon eine Ahnung!
    Ausserdem glaube mir, dass es meistens die alleinige Aufgabe der Mutter ist, ein behindertes Kind zu pflegen, da die meisten Männer überfordert sind, und es nicht akzeptieren können, ein behindertes Kind zu haben.
    Ich mache es aus Liebe, aber was nützt dies, wenn man es nicht mehr alleine schafft? (Da nützt die Liebe soviel, dass man anfängt zu kämpfen um sein eigen Fleisch und Blut nur ja nicht ins Heim geben zu müssen)

  10. #10

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    @sandra
    Liebe Sandra, ich kenne Deinen unermüdlichen Weg nun schon länger. Ich bin neben Deiner enormen Stärke begeistert, wie Du um ein menschlich humanes Leben Eurer Tochter Michaela kämpfst. Für mich selbst, als körperlich beeinträchtigter Mensch ist dass Schönste, wenn Eltern wirklich voll hinter ihren Kindern, mit egal welcher Beeinträchtigung, stehen.

    Auch wenn es abgedroschen klingt, ich bewundere Dich und Deinen Mann wirklich. Michaela hat mir ihren Eltern wirklich Glück.

  11. #11

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    @Quatschmaus1
    Nach Ihrer Antwort zu Sandra wusste ich, dass dieses neue Forum www.forum24.at eine ganz tolle Sache wird. Denn niemand kann Euch Beiden etwas sagen oder erklären. Ihr könnt und sollt uns und vor allem der Politik erklären was Sache ist.

    Und ich wünsche Euch vom Herzen, dass sie Euch endlich wirklich zu hören!!!

  12. #12

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Der Spruch wurde gespeichert und wird vermutlich oft von meinem hochintelligenten Sohn noch des öfteren verwendet.

  13. #13

    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo harmonie 60!
    Bist noch von der alten Schule, hä? Mann, Kinder, Haus, Herd? Nichts einzuwenden, aber bei Sandra gehts um was anderes als weggehen und Spaß haben! Nur eine Frage: Hast du einen einzigen Tag deines Lebens mit einem Kind wie der Tochter von Sandra verbracht? Dann mach es mal, bin sicher, Sandra hätte nichts dagegen! Würdest du bitte einmal Erfahrung sammeln und dann erst darüber urteilen?

  14. #14
    cool and smooth Avatar von Sandra
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    AW: Interview mit einer jungen Mutter

    Hallo Lucky Luke!
    Danke , dass auch Du meine Anliegen so siehst, wie sie sind!
    Würden auch viele POLITIKER und GESETZESMACHER das so BEGREIFEN wäre es schon längst anders, das THEMA PFLEGE.
    Habe mir schon mal überlegt, ÖFFENTLICH meine Tochter einem Politiker der für die Pflegesituation zuständig wäre aber NICHTS bewirkt einen Tag zu überlassen, damit er feststellen und sich ein Bild davon machen könnte, zuwelch WICHTIGEM Thema geschwiegen und abgewartet wird seitens der "Volksvertreter" -------Da diese Herrschaften vom Schreibtisch aus sicher nicht die Realität "CHECKEN" können, müsste man ihnen die Realität zum Schreibtisch bringen, nicht unsere Zetteln, wo wir unsere Forderungen stellen, weil die sind schnell im Müllkorb entsorgt!( Denke ich zumindest, weil sonst hätte ich schon öfter eine Stellungsnahme zu meinen Anliegen bekommen, wenn ich HOHE Politiker kontaktiert habe.)
    Wahrscheinlich werden bewusst Menschen zum Besetzebeschließen ausgewählt, die keine Ahnung von der Realität haben, weil dann kann man über vieles drüberschauen.
    Auch Pfleger/innen und pflegende Angehörige gehören miteinbezogen in Zukunft!

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